Author:   Heike Borowski  
Posted: 15.11.2005; 19:33:57
Topic: Sektionen | J/N | Neofunktionalismus: Leuchten
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  Sektion J/N Neofunktionalismus: Leuchten


Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde das Verhältnis zwischen Gegenstands- und Bildwelt und das Verhältnis von Alltagskultur und Kunst neu definiert. Entgegengesetzte Pole bilden die konsequente Abstraktion, die Gegenstandsverbannung aus dem Bild und die Ready-Mades, die Einführung des realen Gegenstands als Skulptur. Künstler der Gegenwart arbeiten vor allem in neofunktionalistischen Kontexten. Bigert & Bergström, Julien Berthier, Ecke Bonk, Victoria Coeln, Koenraad Dedobbeleer, Jürgen Drescher, Tracey Emin, Berta Fischer, Ceal Floyer, Werner Haypeter, Noritoshi Hirakawa, Jon Kessler, Dieter Jung, Stefan Kern, Reinhard Mucha, Dieter Krieg, Benita Liebel, Alexander Liek, Isa Melsheimer, Mathieu Mercíer, Simon Møeller, Christian Müller, Tony Oursler, Jorge Pardo, Hermann Pitz, Riccardo Previdi, Tobias Rehberger, Anselm Reyle, Daniel Roth, Jessica Shaw, Simon Starling, Katja Strunz, Rosemarie Trockel, Shugang Wang, Pae White, Manfred Wolff-Plottegg, Penny Hes Yassour, Joseph Zehrer, Chen Zehn sowie Heimo Zobernig setzten sich mit Konzepten von Design auseinander und lehnen ihre Werke Gebrauchsgegenständen an. Funktionale Alltagsobjekte wie Lampen, Möbel und Interieurs werden künstlerisch neu kodiert. Es entsteht eine skulpturale Objektkunst im undefinierbaren Zwischenraum von Architektur, Design und Kunst. Grenzbereiche zur Werbung und Mode/Lifestyle werden ausgereizt, die Ästhetisierung des Alltags thematisiert. Der Bezug zur Funktionalität oder zum Design wird dabei affirmativ, provokant oder auch kritisch ausgelegt. Künstler wie Sylvie Fleury, Jeppe Hein, Jon Kessler oder Johannes Wohnseifer bewegen sich mit ihren Lampen in diesen Grenzbereichen. Dekonstruktivistische Ansätze finden sich in den Arbeiten von John M Armleder, Tue Greenfort oder Franz West. Martin Kippenbergers Bearbeitung von Spiegeln, Regalen und Lampen stehen exemplarisch für eine Reihe von Künstlern, die Alltagsgegenstände mit Licht verfremden. Stephan Huber konstruiert einen leuchtenden Turm aus Stühlen [»Lenins flammende Rede zur Elektrifizierung«,1984], Sarah Lucas zeigt ein Sofa mit Lampe und ein Kissen, durchbohrt von einem Leuchtstab.