Author:   graesser  
Posted: 11.10.2000; 16:53:16
Topic: ARCHIV AUSSTELLUNGEN YUME NO ATO
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YUME NO ATO - WAS VOM TRAUM BLIEB... << zurückweiter >>
Chiharu SHIOTA
Geboren 1972 in Osaka, lebt und arbeitet in Berlin

Immer wieder arbeitet die Künstlerin mit Fäden, Schnüren, Bambus und Wolle, aus denen sich ihre Installationen bilden und wachsen. Shiota nimmt die ”Fäden in die Hand” und verbindet, verwebt, bindet fest und an, flicht, spannt, knotet und verknüpft Fäden zu komplexen Strukturen, Gewölben, Gespinsten und Vernetzungen. Es entstehen Verdichtungen, Überschneidungen, Verbindungen, Zwischenräume, Freiräume, Durchdringungen, Durchblicke und Leerstellen, in denen die von ihr aufgeworfenen Fragen ebenso Platz finden, wie sie verflochten zu sein scheinen. Aus Ess-Stäbchen, die paarweise der Nahrungsaufnahme dienen, wächst in der Überkreuzung mit weiteren Stäbchen ein raumfüllendes Gebilde, in dem sich die übliche Dualität auflöst, im Ganzen der Installation. Bohnen reihen sich endlos aufs Papier und füllen ganze Treppenhäuser,
verschmolzen in der Performance ”Becoming the line” mit der Haut und dem Körper der Künstlerin. Aus Wolle und Bambus, Ästen und Schnüren entstehen raumfüllende Gebilde, Hausfassaden werden mit einem Netz aus Fäden und Muscheln bespannt ... .
Beim Betrachten von Shiotas Installationen fällt es schwer, Anfang und Ende auszumachen. Dennoch scheinen Anfang und Ende unterschwellig präsent zu sein und analog buddhistischer Auffassungen miteinander zu verschmelzen. Ihre Arbeiten konfrontieren uns mit der Frage, was vor dem Anfang war und was nach dem Ende folgt.