Author:   Heike Borowski  
Posted: 15.11.2005; 20:04:21
Topic: Sektionen | P | Flash Lights
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  Sektion P Flash Lights


Zeitgenössische Künstler spielen völlig frei mit Materialien und Formen. Sie konstruieren Laboratorien der Perzeption, in deren Mittelpunkt die menschliche Wahrnehmung und ihre Manipulierbarkeit und Konditionierbarkeit stehen. Die Künstler beziehen sich auf die moderne Lebenswelt und verwenden entsprechende Versatzstücke wie Diskokugeln, Autorücklichter, Scheinwerfer. Viele zeitgenössische Arbeiten legen dabei selbstverständlich ihre technische Konstruktion offen, z.B. Jason Rhoades, Yoshiaki Kaihatsu. Carsten Höller und Olafur Eliasson schaffen Lichträume zwischen sinnlicher Erfahrung und wissenschaftlichem Experiment. Mike Kelleys »Light [Time] - Space Modulator« [2003] bezieht sich direkt auf Moholy-Nagy. Mit den Mitteln der Projektion werden das räumliche, aber auch das zeitliche Gefüge dekonstruiert. John M Armleder überflutet den Rezipienten geradezu mit optischen Reizen während Björn Dahlem in »Schwarzes Loch« [1998] die schwarze Materie darstellt, die letztlich alles, auch das Licht in ihr Energiezentrum zieht. Einen Hinweis auf die Zukunft der Lichttechnik an der Schnittstelle von Kunst und modernster Technologie liefern drei Arbeiten: »Laserfilm« [2000] von Thomas Beth, Michael Schmid und Jörn Müller-Quade, »Bergers Xenon X-treme« [2005], eine gemeinsame Entwicklung von Thomas Berger und dem Lichttechnischen Institut der Universität Karlsruhe sowie Tim Otto Roths »Videochipphotogramm« [2000/2005].


Ausgewählte Werke

John M Armleder
Flash. Flash. Flash., 2004

Georg Herold
House within His Darkness [Cyber- Merz], 1995