Author:   Kevin Wells  
Posted: 19.05.2003; 18:14:47
Topic: ARCHIV - IN SEARCH OF - KÜNSTLER 04
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(IN SEARCH OF)THE PERFECT LOVER << zurückweiter >>

Raymond Pettibon, Ohne Titel [An infinite fountain of line],
1991, Tusche und Tinte auf Papier, 56 x 43,5 cm,
(Sammlung Hauser und Wirth, St.Gallen)




Raymond Pettibon, Ohne Titel [A clumsy system],
1987, Tusche und Tinte auf Papier, 35,8 x 28,1 cm,
(Sammlung Hauser und Wirth, St.Gallen)


Raymond Pettibon

Die comicartige, zersplitterte und mit extremsten Gefühlen aufgeladene Bildwelt Raymond Pettibons dokumentiert die dunklen Seiten des weißen Mittelstands der USA: “Es ging mir darum, die Geschichte der sechziger Jahre zu definieren nicht als Dekade, die mit dem Sommer der Liebe endet, sondern mit Altamont und den Manson-Morden...“ (Raymond Pettibon).


Der Selfmade-Grafiker Raymond Ginn, der den väterlichen Kosenamen Pettibon zu seinem Künstlernamen machte, schuf in den 70er Jahren zunächst Plattencover, Plakate und Satiren im Comicstil für die Punk-Rock-Szene in Amerika. Seit Beginn der 80er Jahre wurde seine Zeichenkunst vom Kunstmarkt entdeckt und in Galerien und Museen ausgestellt. Pettibons´ Zeichnungen sind keine Comics im herkömmlichen Sinne. Gegenstand seiner Arbeit ist vielmehr der „innere Prozess“ der beim Lesen von bereits produzierter Literatur entsteht. Literatur von Henry James, John Ruskin, Walter Pater oder auch US-amerikanischen Filmnoir-Krimis dienen ihm als Vorlagen, die er schriftsprachlich oder auch zeichnerisch durch eigene Assoziationen erweitert. Es entstehen surreale Bild-Wort-Geflechte voller Sarkasmus und Melancholie, die den Betrachter in seinen rationalen Erwartungen verunsichern und ihn in die Gedankenwelten des Künstlers verstricken.


Biographie


1957 in Tucson, Arizona geboren
1977 BA am UCLA, Los Angeles
Lebt und arbeitet in Hermosa Beach, Kalifornien


Ausstellungen (Auswahl)

Semaphore Gallery, New York (1986); Feature Gallery, New York (1989), Esther Schipper Gallery, Köln (1993); Kunsthalle Bern (1995); Drawing Center, New York (1999), Philadelphia Museum of Art, Philadelphia (1999); David Zwirner, New York (2000); Los Angeles Museum of Contemporary Art (2000); Museum of Contemporary Art in Barcelona, Barcelona (2002).


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