Author:   Kevin Wells  
Posted: 19.05.2003; 18:13:57
Topic: ARCHIV - IN SEARCH OF - KÜNSTLER 03
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(IN SEARCH OF)THE PERFECT LOVER << zurückweiter >>

Paul McCarthy, ”Apple Head on Swiss Cheese”, 1999,
Bleistift auf Transparentpapier, 30 x 38 cm,
(Sammlung Hauser und Wirth, St.Gallen)





Paul McCarthy, ”PAENIS”, 2001,
Kohle, Bleistift, Ölkreide und Collage auf Papier,
252,5 x 256,5 cm,
(Sammlung Hauser und Wirth, St.Gallen)


Paul McCarthy

McCarthys´ Performance-, und Objektkunst beschäftigt sich mit dem Einfluss kapitalistischer Manipulationsmechanismen auf Individuum und Gesellschaft:
„Ich bin wirklich an disneyesken Vorstellungen interessiert, an der ganzen Idee
von mechanisierten Gebäuden und Charakteren als einer skulpturalen Form“
(Paul Mc Carthy).

Als Hauptvertreter der kalifornischen Kunstszene machte sich Paul Mc Carthy bereits seit Ende der 60erJahre mit Videoarbeiten von rohen und gewalttätigen Situationen einen Namen. Gesellschaftliche Wertesysteme, Autorität, Familie und Sexualität werden in Performances paraphrasiert, in denen er den amerikanischen „way of life“ durch vehementen Körpereinsatz mit Materialien wie Ketchup und Mayonnaise sarkastisch ironisiert. In den 80er und 90er Jahren setzt er die Dekonstruktion gesellschaftlicher Rituale, starrer Erziehungs- und Sexualvorstellungen in Video-Performances wie „Heidi“ oder „Santa Chocolate Shop“ fort. Darüber hinaus kopiert er Idole der Populär- und Hochkultur wie Michael Jackson oder Figuren des Künstlers Picabia als Objektkunst übergroß in Pop Art-Manier. Die bürgerlichen Wertvorstellungen werden so ad absurdum geführt und der Betrachter mit der Banalität und Leere kapitalistischer Massenproduktion konfrontiert.


Biographie

1945 in Salt Lake City geboren
1966-1968 University of Utah
1969 B.F.A., San Francisco Art Institute; Malerei
1973 M.F.A., University of Southern California; Film, Video und Kunst
seit 1984 Lehrtätigkeit an der University of California, Los Angeles
Lebt und arbeitet in Altadena, California


Ausstellungen (Auswahl)

LAICA, Los Angeles (1979); LACE, Los Angeles (1983); Rosamund Felsen, L.A. (1986,1987, 1990 u. 1991); Luhring-Augustine, New York (1993); Galerie Krinzinger, Wien (1993); Buchholz und Buchholz, Köln (1993); Galerie Hauser & Wirth, Zürich (1997); Guggenheim Museum SoHo, New York (1997); Kunstmuseum Wolfsburg (1997); UCLA und Armand Hammer Museum, Los Angeles (1997); Kunsthalle am Karlsplatz, Wien (1997); Museum für Angewandt Kunst, Wien (1998); Damenwahl Portikus, Frankfurt a.M. (1998); Galerie Krinzinger, Wien (1998); Studio Guenzani, Mailand (1999); David Zwirner Gallery, New York (1999).


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