Author:   Kevin Wells  
Posted: 19.05.2003; 18:12:06
Topic: ARCHIV - IN SEARCH OF - KÜNSTLER 01
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(IN SEARCH OF)THE PERFECT LOVER << zurückweiter >>

Louise Bourgeois, Ohne Titel, 1998,
Tinte und Bleistift auf Papier, 22,2 x 29,9 cm,
(Sammlung Hauser und Wirth, St.Gallen;
Foto: Ch. Schwager, Winterthur)





Louise Bourgeois, ”Triptych for the Red Room”, 1994,
Handübermalter Print, Blatt 1, 70 x 102 cm,
(Sammlung Hauser und Wirth, St.Gallen)


Louise Bourgoise

Zeichnung ist für Louise Bourgeois Ausdrucksmedium für persönliche Erinnerungen und Empfindungen: „Die Emotionen, die ihre verheerende Wirkung auf mich haben, sind universelle Empfindungen (...). Wir sind alle denselben Schwingungen ausgesetzt: Was ich suche, ist die verbotene Frucht (...)“ (Louise Bourgeois).

Louise Bourgeois gilt als eine der wichtigsten Bildhauerinnen des 20. Jahrhunderts, die jedoch erst spät vom internationalen Kunstbetrieb wahrgenommen wurde. Der Durchbruch gelang ihr mit der Teilnahme an der Documenta (1992) und der Biennale in Venedig (1993). Als Bildhauerin arbeitet sie mit den verschiedensten Materialien – Holz, Bronze, Stahl, Gips, Latex, Kunststoff und Stoff. Es entstehen sowohl fein ausgearbeitete figürliche Plastiken als auch raumgreifende Installationen. Daneben widmet sie sich gegenständlichen Zeichnungen, die sie häufig auf Notenpapier ausführt. Ihr Werk wird bestimmt vom Thema der Angst. Bourgeois sagt selbst: „Ich habe Angst vor allem, einfach vor allem“.


Biographie

1911 in Paris geboren
1932-1935 Studium an der Sorbonne
1936-1938 Studium an der Ecole des Beaux-Arts
1936-1937 Ausbildung im Atelier Bissière
1937-1938 Besuch der Académie de la Grande Chaumiére
1938 Ausbildung bei Fernand Léger
Heirat mit dem amerikanischen Kunsthistoriker Robert Goldwater. Übersiedlung der beiden nach New York
1939-1940 Ausbildung bei Vaclav Vytlacil
Louis Bourgeois und Goldwater adoptieren ihren Sohn Michel. Der zweite Sohn Jean-Louis kommt zur Welt
1941 Geburt ihres dritten Sohnes Alain
1949-50 auf Anregung von Arthur Drexler zeigt sie in der Peridot Gallery aufrechtstehende Skulpturen aus geschnitztem, bemaltem Holz, die später „Personnage“ genannt werden
1954 Sie wird Mitglied der American Abstract Artist
1969 Sie engagiert sich für Frauenfragen in der Kunst und nimmt an feministischen Veranstaltungen teil
1973 stirbt Robert Goldwater
1982 erste große Retrospektive im Museum of Modern Art
1989-1991 durch eine vom Frankfurter Kunstverein organisierte Retrospektive werden ihr Werke auch in Europa bekannt
Lebt und arbeitet in New York


Ausstellungen (Auswahl)

New Yorker Bertha Schäfer Gallery (1945); Norlyst Gallery (1947); Peridot Gallery (1949, 1950, 1953); Cornell University, Ithaca, New York (1959); Stable Gallery (1964); 112 Greene Street Gallery (1974); Hamilton Gallery (1978); Museum of Modern Art (1982); Frankfurter Kunstverein (1989-1991); Carnegie International, Pittsburgh (1991); Documenta 9, Kassel; Guggenheim Museum SoHo, New York (1992); amerikanischer Biennale-Pavillion, Venedig (1993); Saint Louis Art Museum (1994); Yokohama Museum of Art (1997-1998); Kunsthalle Bielefeld (1999); Documenta 11, Kassel 2002.



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