Author:   Kevin Wells  
Posted: 31.08.2002; 18:28:06
Topic: ARCHIV - SCHWARZWALDHOCHSTRASSE - THEMEN/FRAGEN - 01
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Daniel Roth, Ohne Titel [Schramberg], 2000, Print, 45 x 145 cm


Peter Zimmermann, Reiseführer Nordschwarzwald Polyglott
1992, Epoxidharz auf Leinwand, 200 x 120 x 4 cm
Sammlung Landesbank Baden-Württemberg

Kunstlandschaft Baden-Württemberg


50 Jahre Baden-Württemberg – das ist auch eine Geschichte stetiger Modernisierung und Innovation, nicht zuletzt im Künstlerischen und Kulturellen. Baden-württembergische Spitzentechnologie und Erfindergeist haben dem südwestdeutschen Bundesland einen bedeutenden Platz im weltwirtschaftlichen Zusammenspiel verschafft. Ein anderer »Exportschlager« war und ist die Bildende Kunst aus Baden-Württemberg. Die Akademien in Stuttgart und Karlsruhe, die Kunstförderung des Landes und der Städte, öffentliche Sammlungen, Kunstvereine sowie private Sammler und Mäzene ergänzen einander zu einem kunstfreundlichen Umfeld. Im föderalen Zusammenspiel der Bundesrepublik brachten und bringen baden-württembergische Künstlerinnen und Künstler den deutschen Südwesten immer wieder eindrucksvoll zur Geltung – mehr noch, die Ausstrahlung auf das nationale und internationale Kunstgeschehen ist faktisch sichtbar. Viele Künstlerinnen und Künstler aus Baden-Württemberg haben sich nach Berlin, Leipzig, ins Rheinland, nach München, Hamburg, Frankreich, in die Schweiz, die USA oder nach Afrika begeben, um dort zu arbeiten und zu wirken.



KOMMENTARE

Gibt es Ihrer Meinung nach eine Kunstlandschaft Baden-Württemberg?
Was sind Ihre charakteristischen Merkmale?


»Ich bin grundsätzlich mißtrauisch gegenüber dem Begriff der Kunstlandschaften, weil er das Fantasma klar fixierbarer Grenzen und eindeutiger Identitäten befördert, wo in Wahrheit doch eher Independenz und fließende, wechselseitige Beeinflussung vorherrschen. Trotz aller Skepsis habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass der Primat des Malerischen und die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen des Bildes innerhalb der künstlerischen Debatte in Baden-Württemberg eine größere Rolle spielt als in anderen Bundesländern in Deutschland. Demgegenüber lässt sich ein signifikantes Defizit in den Medien Fotografie (trotz Ruff), Video /Neue Medien und Installation beobachten.«
Stephan Berg, Direktor Kunstverein Hannover

»Kunstlandschaften nach Landesgrenzen festzulegen erscheint mir äußerst problematisch. Meiner Ansicht nach gibt es eher Regionen bzw. Orte, die aufgrund des dort vorherrschenden kulturellen Umfeldes eine identifikationsstiftende Rolle spielen können.«
Valeria Liebermann, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (K21)


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